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Bericht der Lindauer Zeitung vom 21.12.2016

Einen festlicheren Rahmen als das Stadttheater kann sich kein Musikverein für sein Jahreskonzert wünschen. Am Abend des vierten Advent hat der Musikverein Reutin ins Stadttheater eingeladen. Das Konzert beginnt traditionell mit der Bläserjugend unter der Leitung von Thomas Spiess, der, so die Vorsitzende Esther von Hoyer, dafür sorge, dass sich aus dem "Wirbelwind" so heißt die Jugendblaskapelle des Reutiner Musikvereins, kein unkontrollierter Sturm entwickle. Sehr temperamentvoll zeigen die Jungmusikanten, die im Bläservororchester der Musikschule Lindau auf das Zusammenspiel und Musizieren in der großen Kapelle vorbereitet werden, mit "Studio-Pop von Kees Vlak und "Baby Elephant Walk" von Henry Mancini ihren hohen Leistungsstand.

Anschließend nimmt der Musikverein auf der schön ausgeleuchteten und weihnachtlich geschmückten Bühne Platz. Das Schöne an der Stadttheaterbühne: das Publikum sieht in alle Register hinein. Kein Musikant spielt im Verborgenen. Und die Akustik ist sowieso sehr gut. Gut vorbereitet durch die intensive Probenarbeit gemeinsam mit ihrem Dirigenten Claus Furchtner und präsentieren die Musikanten ihrem Publikum ein begeisterndes musikalisches Erlebnis, das mit der "Overture to Candide" von Leonard Bernstein einen fulminanten Auftakt feiert. Hoyer dankt Furchtner, den der MV im vergangenen Jahr erstmals für das Projekt "Jahreskonzert" gewonnen habe. "Wir sind glücklich darüber, dass Du uns darüber hinaus als musikalischer Leiter und Dirigent erhalten bleibst, und froh über deine Motivation und Deine Art, uns musikalisch weiterzubringen und zu begeistern. Es macht viel Freude, mit Dir zu musizieren."

Musikvereine sind Kulturträger der Stadt

Oberbürgermeister Gerhard Ecker malt in seinem Grußwort ein stimmungsvolles weihnachtliches Bild mit Erinnerungen an die Kindheit, den Duft von Daheim, an ein besonderes Spielzeug, das die Eltern geschenkt haben, an gepflegte Weihnachtsrituale, die einem ans Herz gewachsen seien, wie auch das Jahreskonzert des Musikvereins Lindau-Reutin, das eine schöne Tradition in der Adventszeit sei. Er bedankt sich beim Musikverein stellvertretend für alle Musikkapellen der Stadt, die wichtige Kulturträger seien und das städtische Leben bei vielen Festen und Gelegenheiten begleiten. "Ich freue mich immer, wenn ich Ihnen zuhören darf."

Klarinettist Alex Wachter führt durch das Programm, erzählt Hintergründe und Entstehungsgeschichten der Stücke und bringt sie dem Publikum damit näher. Claus Furchtner hat Stücke ausgewählt, die den einzelnen Registern viel abverlangen und Raum für viele Soli in unterschiedlichen Längen bieten. Bei "Swinging Slides" von Dominique Wyckhuys haben beispielsweise die Posaunen um Erhard Reich ihren großen Auftritt.

Das letzte offizielle Stück "Saga" von Kurt Gäble verlangt dann der Rhythmusgruppe Höchstleistungen ab. Furchtner stellt jedes Register ins Rampenlicht und hebt seine Leistungen besonders hervor. Zum Schluss erklärt er stolz, dass "einer aus unseren Reihen, unser Flo, erfolgreich seinen Dirigentenkurs absolviert hat" und übergibt für die erste Zugabe den Taktstock an Florian Zwetti, sonst an der Trompete, "weil jeder Dirigent eine Kapelle braucht." In den langen Schlussapplaus mischen sich "Bravo"-Rufe.